Geburtsbericht – Plötzlich ging es los!

Wenn die Geburt beginnt…

Geburtsbericht

Wie und wann die Geburt los geht, die Fruchtblase platzt oder die Wehen einsetzen, habe ich mir hunderte Male vorher ausgemalt und fieberte richtig auf den Moment zu, in dem es endlich los gehen sollte.

Vorwehen:

Tage vor der Geburt wachte ich regelmäßig mit Wehen auf und jedes mal dachte ich voller Vorfreude, dass es nun endlich los gehen wird. Ich schmiss jedes Mal die Wehen App an und wartete darauf, dass die Abstände weniger werden würden…Leider war das nie der Fall und die Wehen flachten wieder ab.Am Sonntag morgen den 20.08. wurde ich erneut morgens um 7:00Uhr von einer Wehe geweckt.

Wehen:

Diesmal jedoch machte ich einfach wieder meine Augen zu und dachte mir, dass es sowieso gleich wieder vorbei gehen würde. Ich wollte erst gar keine Vorfreude aufkommen lassen, um nicht erneut enttäuscht zu werden. Wir waren bereits 2 Tage über dem errechneten Termin. Ich hatte gerade leicht eingedöst als ich erneut von einer Wehe wach gemacht wurde. Das gleiche Spiel erfolgte noch zweimal und ich beschloss doch mal auf die Uhr zu schauen um die Abstände messen zu können. Auf die Sekunde genau alle 8 Minuten. Immer noch skeptisch behielt ich nun die Uhr im Blick.

Dann ging es schnell:

Sehr schnell ging es alle 5, alle 4 und dann schon alle 2 min los. Ich beschloss meinen Mann zu wecken und sagte eher beiläufig, dass ich alle 2 min Wehen hätte, es aber sicher gleich wieder aufhöre. Wir beschlossen erstmal zu frühstücken aber ich bekam natürlich keinen Bissen runter. Mein Mann sagte dann, dass wir ins Krankenhaus fahren sollen, da es immer noch alle zwei Minuten los ging. Ich stimmt zu aber dachte immer noch, dass es wieder aufhören wird.

Krankenhaus:

Wir liefen ca. 15 min ins Krankenhaus und dort waren dann schon deutliche Wehen auf dem CTG zu sehen und der Muttermund war bei 2-3 Zentimetern geöffnet. Wir gingen erneut für 2 Stunden spazieren und machten noch Scherze, wie wir uns die Geburt vorstellten. Bei der nächsten Untersuchung war der Muttermund dann bei 4-5cm und ich dachte mir nur, dass es ja noch ewig dauern wird, da wir in der Zeit ja nur 1-2 cm geschafft hatten und gerade mal bei der Hälfte waren. Wir kamen in ein Vorwehenzimmer und dort begann ich ein paar Übungen machen um den Vorgang zu beschleunigen.

Presswehen:

Nach ca. 4,5 Stunden in diesem Zimmer waren die Wehen schon sehr stark und ich verspürte mehr und mehr den Drang zu pressen. Aus Recherchen wusste ich, dass das ein Zeichen dafür ist, dass der Muttermund komplett offen ist oder kurz davor steht. Wir riefen die Hebamme, die nach einer kurzen Untersuchung sagte, dass wir erst bei 6cm seien und ich einfach veratmen sollte und verlies wieder das Zimmer. Ich war total verunsichert, da ich mir nicht vorstellen konnte, dass es erst 6cm sein sollten, da ich den Pressdrang absolut nicht veratmen konnte. 5 Minuten später kam eine neue Hebamme herein, da Schichtwechsel war.

Wieder erzählte ich von meinem Pressdrang und sie untersuchte erneut. Ihr Gesichtsausdruck veränderte sich und sie sagte ruhig und bestimmt, dass wir uns nun sofort auf den Weg in den Kreissaal machen sollten.
Im Kreissaal angekommen, ging es dann richtig los. Die Wehen wurden sehr viel stärker und kamen jede Minute. Zu dieser Zeit war ich schon völlig entkräftet und kann mich an diese Zeit nur noch wage erinnern.

Ich hatte den kompletten Tag nichts gegessen und es war bereits halb 1 Uhr nachts. Alles konnte ich nur noch verschwommen sehen und nahm alles um mich herum nur noch wage war. Dass es nichtmehr lange dauern wird, wusste ich und riss mich innerlich zusammen um es noch bis zum Ende durch zu ziehen. In den Wehenpausen trank ich schnell ein paar Schlücke Cola (Der Beste Tipp für den Kreisaal) und presste was das Zeug hielt. “Ich sehe schon den Kopf, und er hat Haare” rief die Hebamme mir zu und das war ein erneuter Ansporn noch einmal Gas zu geben.

“Arbeite mit dem Schmerz“

Bei jeder Wehe sagt ich zu mir selber “Arbeite mit dem Schmerz und nicht gegen ihn, dann geht es schneller vorbei”

Wie in einer Art Trance war ich vor Schmerzen schon und nahm wirklich nur noch meinen eigenen Körper wahr. Ich konnte überhaupt nichtmehr hören, was die Ärztin und die Hebamme mir zuriefen. Ich wurde immer kraftloser und jedes Pressen wurde schwächer. Das machte sich leider in den Herztönen unseres Sohnes bemerkbar.

Mein Mann hinter mir feuerte mich an noch einmal alles zu geben, dann sei es geschafft. Ich nahm also alle meine Kraftreserven zusammen und presste erneut. Auf einmal sah ich wie die Hebamme zur Schere griff und ich dachte schon, super, die schneidet gleich die Nabelschnur durch, doch das war leider ein Irrtum… Den Schmerz des Schnittes spürte ich allerdings nur wenig, denn in dieser Wehe kam endlich der Kopf unseres Babys raus und eine Minute später der Rest und schwups, lag er schon auf meinem Bauch.

Ein wahnsinnig intensives Erlebnis, was einen zu einem neuen Menschen werden lässt und in diesem Moment begriff ich, was es bedeutet eine Mutter zu sein.

Allgemein hatte ich eine wirklich unkomplizierte Geburt, komplett ohne Schmerzmittel. Nur der Schnitt am Ende war sehr nervig, wegen dem langen Heilungsprozess und den Schmerzen in den kommenden Tagen. Schon drei Wochen nach der Geburt kann ich sagen, dass ich mich schon jetzt auf die nächste Geburt freue, da es ein so intensives Glücksgefühl ist, das man durchlebt und es mit nichts zu vergleichen ist.

…Und es stimmt übrigens wirklich: Man vergisst in dem Moment, indem das Baby auf den Bauch gelegt wird, alles was davor passiert ist.

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