Mythos: Nur Dicke bekommen Schwangerschaftsdiabetes

Schwangerschaftsdiabetes, eine unwillkommene Überraschung. Je nach Studie leiden 2 bis 14% aller Schwangeren unter Schwangerschaftsdiabetes. Durch einen sogenannten Zuckerbelastungstest zwischen der 24 und 28 Schwangerschaftswoche wird dieser festgestellt. Doch wieso entsteht ein Diabetes in der Schwangerschaft? Wie wird der behandelt? Und was für Auswirkungen kann ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes haben?

Wie entsteht Diabetes in der Schwangerschaft?

Das Hormon Insulin reguliert unseren Blutzuckerspiegel. Es sorgt dafür, dass Zucker aus dem Blut in die Zellen gelangen kann. In der zweiten Hälfte der Schwangerschaft stellt der Körper viel Energie für das Wachstum des Kindes bereit und durch andere Hormone wie Östrogen und Progesteron wird die Wirksamkeit des Insulins herabgesetzt. Dadurch kann dann der Blutzuckerspiegel steigen. Im Normalfall sollte der Körper durch eine höhere Insulin Produktion den Blutzuckerspiegel trotzdem wieder nach unten regulieren. Schafft der Körper das nicht, entsteht ein Schwangerschaftsdiabetes.

Wann besteht ein erhöhtes Risiko einen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln?

1. Bei bestehendem Übergewicht.

2. Wenn es in der engen Familie der Schwangeren schon Diabetes gibt.

3. Wenn das eigene Geburtsgewicht der Schwangeren über 4 kg lag.

4. Wenn es schon ein Geschwisterkind mit mehr als 4,5 kg Geburtsgewicht gibt.

5. Bei einer erhöhten Menge Fruchtwasser.

6. Bei wiederholten Fehlgeburten.

Wir sprechen hier aber nur von einem ERHÖHTEN Risiko. Du kannst auch Schwangerschaftsdiabetes bekommen ohne, dass einer dieser Faktoren zu trifft.

Wieso ist ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes so gefährlich?

Sowohl für die werdende Mama als auch für das Baby ist ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes gefährlich. Die Schwangere hat dadurch ein hohes Risiko an Bluthochdruck und Harnwegsinfekten zu leiden. Außerdem ist eine Frühgeburt wahrscheinlicher. Für das Baby ist ein unbehandelter Schwangerschaftsdiabetes ein großes Problem. Sowohl im Bauch der Mutter, während der Geburt, als auch danach steigt das Risiko für Komplikationen. Durch das hohe Zuckerangebot wächst das Baby zu schnell. Im Bauch kann es daher durch den erhöhten Sauerstoffbedarf zu Herzkomplikationen oder eingedicktem Blut kommen. Während der Geburt ist das hohe Gewicht des Babys auch eine Gefahrenquelle. Da das Baby den Großteil des zusätzlichen Gewichts am Bauch hat, besteht das Risiko während der Geburt stecken zu bleiben. Nach der Geburt gibt es häufig Atemprobleme und einen zu starken Abfall des Blutzuckerspiegels.

Was schützt vor Schwangerschaftsdiabetes?

Du kannst deinem Körper helfen keinen Schwangerschaftsdiabetes zu entwickeln oder ihn zu regulieren, indem du deinen Blutzuckerspiegel nicht zu extrem steigen lässt. Wie macht man das? Zum einen durch Sport und zum anderen durch die Ernährung. Einen guten Ernährungsguide für die Schwangerschaft und Übungen die für dich und dein Baby sicher sind, findest du in unserem Fit Baby Belly Programm. Wenn du Appetit auf etwas süßes hast, iss es am besten am Ende einer Mahlzeit oder mit extra Ballaststoffen, wie zum Beispiel ein paar Mandeln.

Leidest du an Schwangerschaftsdiabetes und dein Blutzuckerspiegel lässt sich durch die Ernährung und Sport nicht ausreichend regulieren, kann es sein, dass du dir während deiner Schwangerschaft Insulin spritzen musst.