Wer ist wer? Schwangerschaft und Geburt

Wer ist wer? Schwangerschaft und Geburt

In der Schwangerschaft und nach der Geburt ist es schön, wenn Frauen viel Unterstützung bekommen. Zum einen von der Familie und Freunden aber auch professionelle Hilfe, von Menschen, die dafür ausgebildet worden sind. Doch wer hilft einem da genau bei was? Wo finde ich wozu Beratung? Darüber geben wir euch hier einen kleinen Überblick, damit ihr wisst, wo ihr euch bei Bedarf Unterstützung holen könnt. Mittlerweile gibt es nämlich noch deutlich mehr als „nur“ Arzt und Hebamme. Hier geben wir euch also einen Überblick und ein paar persönliche Tipps aus unserem Team. Wir benutzen die weibliche Form der Berufe, aber natürlich kannst du auch zu einem Frauenarzt oder Trageberater gehen.
 

1. Frauenärztin

In der Schwangerschaft wirst du deine Frauenärztin, wahrscheinlich öfter sehen als jemals zu vor. Falls du keine Vorsorgeuntersuchungen bei deiner Hebamme (im Wechsel) machst, siehst du deine Frauenärztin bis zur 32. Schwangerschaftswoche alle vier Wochen und ab dann alle zwei Woche. Ab geplantem Entbindungstermin wirst du bis dein Baby da ist ungefähr jeden zweiten Tag zu deiner Frauenärztin gehen. Natürlich kann dein Arzt auch häufigere Termine mit dir abmachen. Während der Schwangerschaft gibt es drei Ultraschall Termine, die die Krankenkasse jeder werdenden Mama bezahlt. Das ist die einzige Leistung, die eine Hebamme nicht übernehmen darf.
 
Tipp: Als Schwangere darf ein Frauenarzt dich nicht abweisen. Solltest du also auf Grund eines Umzugs einen Termin bei einer neuen Ärztin machen müssen, darfst du nicht abgewiesen werden.
 

2. Hebamme

Deine Hebamme kümmert sich sowohl um deine Gesundheit als auch die deines Babys. Außerdem steht sie dir praktisch mit Rat und Tat zur Seite. Auch wenn du natürlich deiner Frauenärztin alle möglichen Fragen zur Schwangerschaft stellen kannst, hat deine Hebamme häufig mehr Zeit für dich. Deine Hebamme kann dich sowohl in der gesamten Schwangerschaft, während der Geburt und in der Nachsorge begleiten oder auch nur in Teilen davon. Wenn du möchtest kannst du bis auf die drei Ultraschall Termine alle Vorsorge Termine bei deiner Hebamme wahrnehmen. Häufig finden die Termine im Wechsel bei der Hebamme und der Frauenärztin statt. Während der Geburt ist sowohl im Kreißsaal als auch im Geburtshaus eine Hebamme anwesend. Wenn du nach der Geburt wieder zu Hause bist, besucht die Hebamme dich und dein Baby zuerst sehr engmaschig, wenn du das möchtest. Nach dem du zu Hause bist kann deine Hebamme für 10 Tage täglich mit dir einen Termin vereinbaren und bei Bedarf kann sie dich ohne Probleme noch bis zu 12 Wochen nach der Geburt weiterhin unterstützen. Wenn später während der Stillzeit Probleme auftreten, kannst du dich auch weiterhin an sie wenden.

Tipp: Hör auf deinen Bauch. Die Hebamme begleitet dich durch einen wichtigen Teil deines Lebens. Wenn sie dir im ersten Telefonat schon unsympathisch ist, sieh dich nach einer alternative um.
 

3. Beleghebamme

Eine Beleghebamme begleitet dich bei der Geburt und ist dabei nicht für ihre reguläre Schicht im Kreißsaal, sondern nur für dich da. Es ist also egal wie lange deine Geburt dauert oder wie voll der Kreißsaal ist, du kannst dir sicher sein, dass sie immer für dich da ist. Idealerweise kennst du deine Beleghebamme schon von den Vorsorgeuntersuchungen bei ihr. Im Gegensatz zu sonstigen Hebammen Leistungen und den Leistungen der Frauenärztin musst du für eine Beleghebamme meistens eine Zuzahlung leisten, da sie sich ja ein paar Wochen lang für deine Geburt bereit hält. Viele Krankenkassen übernehmen aber schon Teile der Kosten.

Tipp: Rufe direkt nach dem positiven Schwangerschaftstest bei den Beleghebammen in deiner Umgebung an. Eine Hebamme zu finden ist häufig schon nicht leicht, Beleghebammen sind (je nach dem wo man wohnt) nach dem ersten Drittel der Schwangerschaft fast unmöglich zu ergattern.
 

4. Familienhebamme

Versprochen, dass ist der letzte Punkt über Hebammen. Eine Familienhebamme hat zusätzlich zu ihrer Ausbildung als eine Hebamme noch eine weitere Zusatzqualifikation über die Gesunderhaltung von Mutter und Baby. Doch wann brauche ich nun eine Hebamme und wann eine Familienhebamme? Meistens ist eine Hebamme völlig ausreichend. Befindest du dich während der Schwangerschaft oder nach der Geburt deines Kindes jedoch in einer besonders belastenden Lebenssituation, ist eine Familienhebamme eine tolle Hilfe. Diese kann weit aus öfter kommen und dich und dein Baby bis zu ein Jahr nach der Geburt unterstützen. Gründe warum du eine Familienhebamme brauchen könntest, sind z.B. Trennung vom Partner während der Schwangerschaft, Postnatale Depression, dein Baby ist nicht gesund zur Welt gekommen… 

Tipp: Wir sind alle Löwenmamas! Löwen leben im Rudel. Dir in einer schwierigen Situation Hilfe zu holen ist ein Zeichen von Stärke und nicht von Schwäche. Falls für dich eine Familienhebamme in Frage kommt, schäme dich nicht sie in Anspruch zu nehmen.

5. Doula

Was macht eine Doula? Eine Doula begleitet eine Frau während der Schwangerschaft und der Geburt. Sie ist kein medizinisches Fachpersonal. Sondern eine emotionale Unterstützung für die Frau. Während der Geburt unterstützt sie die Frau bei einer selbstbestimmten Geburt und steht ihr auch praktisch zur Hilfe, in dem sie z.B. die Hebamme ruft, einen kalten Waschlappen holt oder bei verschiedenen Gebärpositionen hilft. Eine Doula kann beispielsweise eine tolle Unterstützung sein, wenn weder der Papa des Babys noch eine Freundin bei der Geburt dabei sein kann oder wenn die werdende Mama sich mit der medizinischen Atmosphäre des Krankenhauses unwohl fühlt.

Tipp: Eine Doula kann dich sowohl bei einer Hausgeburt, im Krankenhaus oder im Geburtshaus begleiten. Wenn du dir noch nicht sicher bist, wo du gebären möchtest und deswegen eine Beleghebamme nicht in Frage kommt, könnte eine Doula die ideale Wahl sein. 
 

6. Trageberaterin / Stillberaterin / Stoffwindelberaterin

Für die verschiedensten Fragen rund um dein Baby gibt es Beratungsangebote. Hier haben wir nur drei Beispiele genannt, wir haben aber z.B. auch schon von Schlafberatung gehört. Hier musst du gucken, was du für dich und dein Baby brauchst. Wenn du schon weißt, dass du nur die Flasche geben willst, wirst du auf die Stillberaterin wahrscheinlich verzichten können. Manche Beratungsangebote, machen schon vor der Geburt Sinn, wie die Stoffwindelberatung. Denn wenn du mit Stoffwindeln wickeln willst, wirst du sie wahrscheinlich vor der Geburt kaufen. Die Trageberatung kannst du vor der Geburt machen, aber mit dem Baby zusammen habt ihr beide mehr davon. Denn so könnt ihr verschiedene Tragen ausprobieren oder üben wie das Tragebuch gebunden wird. Dein Baby kann dir gleich zeigen, was ihm gefällt und du hast keinen störenden Babybauch im Weg. Falls du stillen willst und Schwangerschaftsdiabetes hast oder zum Beispiel gern trotz Brustimplantaten stillen willst, kann eine Stillberatung auch vor der Geburt Sinn machen. Sonst ist eine Stillberaterin nach der Geburt für dich da, wenn es Probleme beim Stillen gibt. Das kann von Schmerzen während des Stillens, bis zu wenig Gewichtszunahme des Babys oder ständigen Brustentzündungen gehen. 

Tipp: Sieh dir die Qualifikationen deiner Beraterin an. Diese Berufsbezeichnungen sind nicht geschützt, letztendlich kann sich jeder so nennen. Es gibt aber viele Fortbildungen oder bei der Stillberatung einen Berufsverband, die dir zeigen, dass deine Beraterin fachlich qualifiziert ist.